#WTF2020

Lesung mit Özlem Özgül Dündar „türken, feuer“ Schreiben nach einem rassistischen Anschlag

Samstag 8.8.'20 21:00 - 22:30 Uhr

Eine Nacht, die alles verändert: Bei einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus sterben fünf Menschen in den Flammen. Jugendliche aus der Nachbarschaft haben das Feuer aus rechtsradikalen Motiven gelegt. Schnell berichten die Medien, schreiben über die Täter und die Opfer. Doch kann man wirklich verstehen, was in dieser Nacht geschah? Kann es eine Möglichkeit geben, nicht nur übereinander, sondern miteinander zu sprechen? Die Mütter ergreifen das Wort und schildern aus ihrer jeweils ganz eigenen Perspektive den Anschlag und dessen Folgen. So spricht die Mutter des Täters über die Schwere, die der Sohn nach der Tat mit ins Haus gebracht hat und den wiederkehrenden Zweifeln an seiner Schuld. Die Mutter, die mit ihrem Kind im Arm aus dem Fenster sprang, berichtet immer wieder über den Moment des Absprungs und ihren eigenen Tod. Die Angehörige der Opfer glaubt, täglich selbst in den Flammen zu stehen, obwohl sie den Anschlag überlebt hat. In einer endlosen Wiederholung scheinen sie in dieser Nacht gemeinsam festzustecken. Und immer wieder gibt es das Bemühen, sich zu begegnen, nicht stumm zu werden durch den Schmerz, in eindringlicher Sprache und Körperlichkeit einen Weg zueinander zu finden.